This is not a cliché.

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15 Oktober 2018

Weinkarte mit Bieren

Seit einem Jahr bieten wir in unserer Weinkarte auch Biere an. Wir empfehlen sie zu bestimmten Gerichten, weil wir fest daran glauben, dass der Nektar der Götter und der Schaum der Barbaren nicht nur prima zusammenleben, sondern uns sogar die schönsten Überraschungen bieten können
Genau ein Jahr ist jetzt vergangen, seit Paolo und ich beschlossen, eine kleine große Revolution zu wagen: Wir wollten dem Bier den ihm angemessenen Rang verleihen und es in die berühmte, äußerst dicke und äußerst umfangreiche Weinkarte des Hotel La Perla aufnehmen. Weil wir verrückt geworden waren? Weil wir uns einen Scherz erlauben wollten? Nein. Wir wollten nur ein Tabu brechen. Denn wir waren (und sind!) überzeugt, dass Bier, oder vielmehr ein bestimmter Typ Bier, auch neben den nobelsten Weinen Bestand haben kann.
Bier hat es bei uns in der Casa immer gegeben. Vom Fass oder aus der Flasche, einfach oder klassisch, traditionell oder „craft“. Wenn der Gast ein kühles Bier wünschte, konnten wir ihm immer das Richtige bieten. Die Biervorräte führten ein eigenes Leben bei uns, lebten an ihrem angestammten Platz, sprich in den Fässern unter dem Bartresen oder ordentlich in den Kühlschränken gelagert und in jedem Fall völlig getrennt vom Wein. Bier und Wein, das waren zwei Welten. Zwei verschiedenen Größen, die jede ihre klar definierte Aufgabe hatten und beide darauf achteten, sich gegenseitig nicht in die Quere zu kommen. Speziell das Bier hatte die Distanz zu wahren, also ob sein Rang es ihm nicht gestattete, gewisse öno-kulturelle Grenzen zu überwinden. Denn Bier stand für uns Italiener immer für eine raue, nordische, ungehobelte Welt, in der Bärte dominierten und nordischen Göttern gehuldigt wurde, auch wenn das Bier ja eigentlich immer von christlichen Mönchen gebraut worden war. Wein dagegen war Inbegriff für die schöne, edle Welt der Klassik. Er war der Nektar der Götter.
Genau ein Jahr ist jetzt vergangen seit jenem Tag zu Winterbeginn, an dem Paolo und ich beschlossen, eine kleine große Revolution zu wagen: Wir wollten dem Bier dem ihn angemessenen Rang verleihen und es in die berühmte, äußerst dicke und äußerst umfangreiche Weinkarte des Hotel La Perla aufnehmen. Weil wir auf einmal verrückt geworden waren? Weil wir uns einen kleinen Scherz erlauben wollten? Nein. Wir wollten nur ein Tabu brechen. Denn wir waren (und sind!) überzeugt, dass Bier, oder vielmehr ein bestimmter Typ Bier, auch neben den nobelsten Weinen Bestand haben kann. Und so ergänzten wir unsere berühmte Weinkarte nicht nur mit einer Reihe sorgfältig ausgewählten Bieren; wir empfehlen diese unseren Gästen auch als Begleitung zu bestimmten Gerichten. Denn warum nicht mal zu einem Teller Gnocchi mit Safran (afghanischem Safran übrigens, den die Frauen eines von unserer Costa Foundation unterstützten Hilfsprojekts ernten) ein mit Safran aromatisiertes Bier trinken? Warum nicht zu unserem Käsebuffet oder zu bestimmten Desserts ein belgisches Lambic mit seiner leicht säuerlichen Note genießen, das beispielsweise zu Blauschimmelkäsen ganz hervorragend passt? Wir glauben: Bier und Wein sind nicht widersprüchlich, sondern komplementär! Bier kann Wein ersetzen, wo dieser die Waffen strecken muss, weil er bestimmte Anforderungen nicht zu erfüllen vermag: Wenn es im Glas etwa eine bittere Note braucht, ein Hopfenaroma oder den Geschmack von Malz, dann ist Bier die erste Wahl und keine Provokation. Ausgehend von dieser Überzeugung haben Paolo und ich uns auf die Suche gemacht. Nach den Traditionsbieren „der Barbaren“. Wir landeten in Frankreich und Deutschland, in Belgien und sogar auf der anderen Seite des Hadrianswalls, in Britannien und Irland! Zur großen Freude unserer Gäste, die sich nach anfänglichem Zaudern gerne von der leichten Kraft des Biers haben erobern lassen.

Michele