This is not a cliché.

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Montag,
30 September 2019

Schlicht, aber fein

Schon als Kind habe ich mich fürs Essen und Kochen begeistert. Ich komme aus Erba, einem Städtchen in der Nähe von Como. Als ich ein Teenager war, wollte ich einen Sommer nach Rimini gehen und mich da amüsieren. Doch was machte mein Vater? Er schickte mich zum Arbeiten in eine Pizzeria. Dort begann meine Reise in diese Welt aus Lebensmitteln, Farben, Düften und Gewürzen. Bis heute kann ich nicht aufhören, zu experimentieren, auszuprobieren, Neues zu lernen. Viel verdanke ich dem legendären Sternekoch Gualtiero Marchesi, für dessen Restaurants in Erbusco und in Mailand ich zwei Jahre lang gearbeitet habe. Doch mein ganz großer Mentor ist Mauro Elli, ebenfalls Sternekoch, der im Il Cantinaccio arbeitet, einem wunderbaren Restaurant in der Gegend von Como. Er hat mich sehr geprägt. Jetzt allerdings arbeite ich zusammen mit Nicola – und finde an seiner Seite zu einer neuen Identität. Es ist schön, hier in der Casa zu arbeiten, zusammen mit Menschen, die dir Platz zugestehen, die den Wettbewerb nicht scheuen. Nicht ohne Grund bin ich jetzt schon seit mehr als zwei Jahren hier – mein persönlicher Rekord! Und wenn es nach mir geht, bleibe ich noch lange. Unsere Teamarbeit funktioniert großartig, und das ist meiner Meinung nach ganz wichtig, um ausgeglichen, voller Begeisterung und Spaß seine Arbeit gut zu tun. Was ich bei meiner Arbeit übrigens ganz besonders mag, sind sogenannte schlichte Zutaten. Ich liebe es, aus ihnen Großes herauszuholen! Mit Edelprodukten ist das keine Kunst. Eine ganz schlichte Zutat dagegen reizt mich, lacht mich an, verführt mich zum Kreieren, Ausprobieren, Experimentieren. Und wenn mir dann etwas wirklich Gutes gelingt, dann bin ich glücklich.


Alessandro, Sous Chef Stües und Bistrot