This is not a cliché.

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04
Freitag,
04 Oktober 2019

Wenn die Wolken spielen

Manchmal sieht es aus, als wollten die Wolken spielen. Manchmal benehmen sie sich sogar wie die Straßenkünstler vor dem Beaubourg in Paris, die hinter ahnungslosen Passagieren hertrotten und sie nachahmen.
Hier also erhebt sich der Sassongher, dieser majestätische Monolith, über Corvara wie eh und je. Und die Wolken beschließen, sich erst einmal hinter seinem Rücken aufzustauen. Diese Witzbolde! Sie klettern übereinander, türmen sich auf, als wollten sie rein zum Spaß die Silhouette des Sassonghers nachbilden. Wer weiß, ob der Berg ihr Gekicher gehört hat! Wir haben es sehr wohl vernommen. Und haben uns noch lange an diesem unverhofften Vergnügen erfreut. Dann ist uns auch noch ein schönes Gedicht über die Wolken in den Sinn gekommen.
Sie sind wie ich, ein zerstörter Übergang zwischen Himmel und Erde, der einem unsichtbaren Antrieb nachfolgt, gewittrig oder auch nicht; ihr Weiß erfreut, ihr Schwarz verdunkelt, sie sind Fiktionen des Zwischenraums und der Wegabweichung, fern vom Getöse der Erde und doch ohne die Stille des Himmels.
Geschrieben hat’s Fernando Pessoa.