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Sonntag
03 Mai 2020

Der Holzschuhbaum

Heute wollen wir uns einen Film ansehen. Einen dieser älteren, die ans Herz gehen. Die ein Italien erzählen, das es nicht mehr gibt, das wir in unserer Dummheit und Einfalt einfach haben vergehen lassen. Einen Film, der von uns Italienern erzählt, davon, wie wir vor gar nicht allzu langer Zeit noch gewesen sind. Der Film spielt gegen Ende des 19. Jahrhunderts in der Nähe von Bergamo. Der Alltag der Bauern und die Natur, mit der sie leben, drückt sich in der magischen Poesie der einfachen Dinge aus. Regie führte mit der für ihn typischen Könnerschaft und poetischen Bildsprache Ermanno Olmi, der aus Bergamo kommt, dieser norditalienischen Kleinstadt, die jetzt so besonders stark vom Virus getroffen wurde. Olmis unermüdlicher Blick für die einfachen Menschen, für die Armen und Schwachen, aber auch seine natürliche Veranlagung für Land, Wurzeln und Traditionen verbinden ihn mit einem weiteren großen Protagonisten des italienischen Films, Pier Paolo Pasolini. Wie der friulanische Kollege trat auch Olmi oft nicht nur als Regisseur in Aktion, sondern filmte und schnitt seine Arbeiten auch selbst. Mit dem „Holzschuhbaum“ gewann er den italienischen Filmpreis David in der Kategorie „Bester Film“ und beim Festival von Cannes die Goldene Palme sowie den Preis der Ökomenischen Jury. Dieser Post ist den Opfern von Bergamo gewidmet.