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Montag
08 Juni 2020

Die Berge, unsere Lebensgefährten

Ihr lieben Berge, ihr lügt mich nicht an,
verleugnet mich nie oder flieht vor mir
Mit ewig gleichen Augen Seht ihr mich scheitern. Täuschen
Und Königstiteln fälschlich mich bedienen.
Mit fernem, langsamen, violettem Blick.
Emily Dickinson

Emily Dickinson verbrachte den Großteil ihres Lebens isoliert in ihrem Zimmer in ihrem Elternhaus. Ein Rückzug, der ihren in Zauber getränkten Gedichten nicht schlecht bekam: Eine große Liebe zur Natur spricht zu ihnen; sie beschreibt sie bis ins kleinste Detail. Bäume und Vögel, Wasser und Schnee: In ihren Gedichten finden alle Elemente der Jahreszeiten Platz, die sie von ihrem beschränkten Beobachtungsposten aus observieren konnte. Und auch die Berge. Für Dickinson sind sie wie Lebenspartnerinnen. Wie sie festverwurzelt dastehen und zusehen, wie die Existenz vorbeifließt. Ein fester, unverrückbarer Bezugspunkt, ob die Dinge nun den rechten Weg gehen oder ob Verzweiflung alles erfasst.