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Sonntag,
04 August 2019

Mondeval, eine Welt für sich

Bei uns in der Casa haben wir einen Bergführer, Anatoli. Sicheren Schrittes begleitet er Sie auf Ihren Wanderungen durch die Dolomiten, auf Entdeckungsreise zu den schönsten Plätzen unserer Berge. Einer davon heißt Mondeval und gehört unserer Meinung nach zu den berührendsten, eindrucksvollsten Orten des ganzen Alpenraums. Ein Ort, dem man sich langsam nähern sollte, vom Val Formin aus und der gleichnamigen Scharte. Das Val Formin ist wie eine Art Vorspeise zum Mondeval – aber eine sehr gehaltvolle! Das Tal wird vom Gebirgsmassiv des Croda da Lago dominiert, und zwischen seinen Bergwäldern und Felsen herrscht schönste Dolomitenatmosphäre. In der Nähe der Scharte empfehlen wir einen Abstecher: Gehen Sie nach rechts bis dort, wo das Tal aufhört. Unter dem Absturz, der sich jetzt vor Ihnen auftut, breitet sich eine ganze Welt aus. Nichts als Landschaft. Und vielleicht ein paar springende Gämsen. Jenseits der Formin-Scharte beginnt dann der Abstieg in eine ganz eigene Welt – die wunderbare Welt von Mondeval. Eine weite Hochebene breitet sich vor Ihnen aus, begrenzt von den Dolomitengipfeln Becco di Mezzodì, Monte Pelmo, Rocchette, Croda di Lago, den Lastoni di Formin, dem Monte Cernera und dem Corvo Alto. Doch es ist seine ganz besondere Atmosphäre, die diesen Ort zu dem macht, was er ist. Alles hier ist reinste, unverfälschte Energie. Die über die Bergwiese verteilten Findlinge sehen aus, als hätten Riesen sie vor Tausenden von Jahren durch die Luft geschleudert. Das Halbrund der Dolomitengipfel, allen voran der wie ein monolithisches Mahnmal in den Himmel ragende Becco di Mezzodì, bilden eine Art Bühne, deren Wirkung sich niemand entziehen kann. In diesem Szenario, auf diesen Wiesen in 2.000 Metern Höhe, wurde das Grab eines prähistorischen Jägers entdeckt, der von ca. 7000 Jahren gelebt hat. Neben dem auf dem Rücken liegenden Skelett haben die Archäologen jede Menge Objekte aus Steinsplittern freigelegt, aus Knochen gefertigtes Werkzeug und Verzierungen, Hirschzähne sowie zahlreiche Tierknochen. Der Jäger von Mondeval kann heute im Museum von Selva di Cadore besichtigt werden, das sie unbedingt besuchen sollten. So wie auch Mondeval selbst einen Besuch lohnt. Sie erreichen diese ganz eigene Welt ganz einfach über den Passo Giau. Und sollten das auch wirklich tun. Denn es ist einer dieser Orte, an dem wir begreifen, dass die Natur nicht Luxus ist, sondern Notwendigkeit.

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Ermes Costa