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23 Juni 2021

Das Wasser bei Thales

In seiner Metaphysik berichtet Aristoteles von den ersten Philosophen. Er spricht von drei Denkern aus Milet, einer Stadt, die heute in der Türkei liegt und seinerzeit ein wichtiges Handels- und Kulturzentrum der Ägäis war. Die drei Philosophen sind Thales, Anaximander und Anaximenes. Alle drei beschäftigten sich mit der Suche nach der Arché, dem Ursprung allen Seins. Nach dem einzigartigen, grundlegenden, unveränderlichen Prinzip, das bei aller ewigen Veränderung der Materie dennoch stets gleich blieb und das das Wesen sämtlicher damals bekannter Naturphänomene erklären würde. Für Thales lag dieser ewige Ursprung aller Dinge im Wasser. Es besteht ja tatsächlich auch alles aus Wasser. Doch das Wasser, wie Thales es verstand, ist nicht nur das Element, das Meer, Flüsse und Regen ausmacht. Das Wasser von Thales ist in seiner Bedeutung viel höher anzusiedeln: Es ist die einzige Ursubstanz, aus deren immer gleicher Kraft durch das Hinzutreten wechselnder Qualitäten die Vielfalt aller anderen Stoffe entsteht. Und die diese Stoffe verändert, die ihr Werden generiert. Wasser sollen wir auch diesem Grund sparsam verwenden. Denn wer es verschwendet, gießt letztlich auch sich selbst weg.