This is not a cliché.

Die Geschichten von April

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Donnerstag
02 April 2020

Wenn das Haus geschlossen ist

Wenn das Haus geschlossen ist, gehen mir seltsame Gedanken im Kopf herum. Wo sind bloß alle hinverschwunden? Die fröhlich lärmenden Gäste, die gerade angereist sind, mit ihren Koffern voller Urlaubsträume, oder die erholten, der Abreise wegen leicht melancholischen Gäste – wo sind sie alle hin? Was macht eigentlich Stefan, wenn er nicht den ganzen Tag hin- und hersausen kann? Ich muss an all die Leute denken, die mir im Vorübergehen immer über den Kopf streicheln. An den Signor Michil, der in seinem Büro steckt und so gerne eine Zigarre rauchen würde, wenn ihn nicht immer wieder etwas davon abhalten würde. An Elisa und die Mädchen aus der Stüa, die den ganzen Tag lang etwas zu arrangieren oder umzustellen haben. An Paolo und Michele, die sich anscheinend bloß über Biere und Weine unterhalten können. An Elide und ihre schönen, langen Röcke. Wo stecken sie nur alle? Ich kenne die Situation ja, es ist jeden Frühling das Gleiche: Die Tage werden länger, und auf einmal ist das Haus ganz leer. Ich weiß auch, dass bald schon alles wieder beim Alten sein wird, dass sich das Haus wieder füllt und mir Mathias mit seinen großen Händen wieder die liebevollen Knüffe verpasst, die ich so mag. Naja, hoffen wir also, dass Stefan, mein Herrchen, bald wiederkommt und mit mir Gassi geht. Dann muss ich in Gedanken wenigstens nicht mehr den Mond anbellen, die Schlappohren hängen lassen und traurig in die Gegend schauen. Bald sehen wir uns alle wieder, wenn auf den Almwiesen die von Stefan so heißgeliebten Blumen blühen. Wau!