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Die Geschichten von August

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07 August 2020

Die Venus von Willendorf

Am 7. August vor genau einhundertzwölf Jahren, also im Jahre 1908, kam diese wunderbare elf Zentimeter große Figurine ans Licht, die zwischen 23.000 und 19.000 v. Chr. datiert werden kann. Damit entstand sie mitten in der Altsteinzeit, dem so genannten Paläolithikum. An diesem Sommertag beginnen also die Arbeiten für den Bau der Donauuferbahn, die den kleinen niederösterreichischen Weiler namens Willendorf durchqueren soll. Vor Beginn des Projekts wird das Gebiet sondiert und dabei passiert es: In der Nähe dieses kleinen Dorfes gräbt der Archäologe Josef Szombathy in der Erde und findet in nur fünfundzwanzig Zentimeter Tiefe ein Objekt, das ihn berühmt machen wird – eines der größten Meisterwerke der Kunst, das heute im Naturhistorischen Museum in Wien bewundert werden kann.

Die Venus von Willendorf ist eine Darstellung der Weiblichkeit, die zwischen naturalistisch und symbolisch angesiedelt werden kann, wobei die kugelförmigen Elemente der Statuette ihr eine fast schon überbordende Gestalt verleihen. Das Gesicht ist verdeckt, vermutlich von einer Kopfbedeckung oder der Frisur, die Arme sind nur angedeutet und liegen auf der Brust. Dominiert wird die Gestalt von den riesigen Brüsten, dem markanten Bauch und dem Schambein. Die Gelehrten bringen die Venus mit der Verehrung der Mutter Erde in Verbindung – genau die Mutter Erde, die ihre degenerierte Kinder heute durch Umweltverschmutzung, Abholzung und Verbauung hemmungslos ihrer Fruchtbarkeit berauben.