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28 September 2019

Ein Blick an die Decke

Wir sollten öfter mal zur Decke hochschauen. Daran denken wir ja normalerweise eher selten, höchstens guckt man mal aus Versehen, denn eigentlich ist unser Blick auf das gerichtet, was sich auf Augenhöhe befindet. Aber wir wollen in Zukunft ruhig öfter mal den Kopf in den Nacken legen, denn da entdeckt man Überraschendes. Zum Beispiel – wie auf dem Foto - einen Deckenleuchter, der zwar nur ein Deckenleuchter ist. Aber wenn man der Fantasie ein wenig Spielraum lässt, erinnert er auch an den Light Space Modulator von Moholy Nagy, diesem vielseitigen Künstler, der sein Werk dem Verhältnis zwischen Mensch, Licht und Raum gewidmet hat. Oder es kommen uns die Kunstwerke von Olafur Eliasson in den Sinn, der mit seinen Illusionsquellen aus Lampen, Projektoren, Spiegeln, Flügelrädern und Röhren mit der Wahrnehmung spielt – der eigenen und der der anderen. Apropos Eliasson: Seine große Einzelausstellung in der Tate Modern in London (Olafur Eliasson: In Real Life) ist absolut einen Besuch wert. Sie dauert noch bis zum 6. Januar 2020. Doch zurück zu uns. Wenn wir also Zimmerdecken bewundern, finden wir da nicht nur spielerische Antworten auf unser sonst vielleicht ein bisschen zu ernsthaftes Dasein. Sondern auch eine Einladung dazu, mit unseren Mitmenschen mal andere als immer nur die selben 08/15-Beziehungen einzugehen. Speziell dann, wenn sie selbst gerade den Kopf in den Nacken legen.