This is not a cliché.

Gestern
Morgen
08
Sonntag,
08 September 2019

Danke, liebe Oma

Unsere neue Küche fühlt sich an wie ein Sportwagen mit 500 PS: Man muss mit ihr umgehen können! Doch Tag für Tag wird uns diese völlig neu konzipierte und renovierte Küche vertrauter. Und ich spüre, hier kann ich meinen Beruf perfekt ausleben. Ich bin ja Koch geworden, weil ich schon als Kind so gerne die Rezeptbücher meiner Oma gelesen habe. Ihre Pfannkuchen zum Beispiel sind eine absolut köstliche Nachspeise, deren Geschmack sich tief in mein Gedächtnis eingegraben hat. Hier in der Casa habe ich schön öfter gearbeitet; jetzt bin ich in der dritten Saison Sous Chef bei Nicola in der Stüa de Michil. Ich habe keine bestimmte Vorliebe für einzelnen Zutaten oder Gerichte. Mich begeistert all das, was den Gaumen kitzelt. Ich versuche dann, seinen Geschmack zu konservieren, das Gefühl, das es hervorruft, und versuche es in eine Erinnerung zu verwandeln, die ich aktivieren kann, wenn ich ein neues Gericht entwickle. Ich bin ein ganz einfacher Mensch, komme aus einem Dorf in der Gegend von Padua und bin ehrgeizig und selbstkritisch zugleich. Ich hänge die Latte für mich selbst ziemlich hoch, und wenn ich sie dann nicht erreiche, dann gibt es Ärger. Und zwar mit mir selbst. Ich analysiere dann, was passiert ist und schimpfe mit mir. So kommt man vorwärts im Leben, oder etwa nicht?


Nicolò, Sous Chef in der Stüa de Michil