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23 September 2020

Es wird Zeit,

dass wir unser Bel Paese zu schätzen lernen (Teil 3)

Gabriele Basilico, Sezioni del paesaggio italiano

Tatsächlich glaube ich, dass wir uns nicht genug lieben. Wir sind ein begehrtes und beliebtes Land, ein Land, von dem die anderen träumen. Das von großen Dichtern und Regisseuren beschrieben wird, von großen Künstlern dargestellt und unsterblich gemacht. Bei uns gibt es noch Kunsthandwerker allerersten Rangs, wie zum Beispiel die Spitzenklöppler von Burano, die Seidenweber in Florenz oder die Geigenbauermeister aus Cremona. Wir haben das beste Essen der Welt; überall auf der Erde wird es nachgekocht und damit mehr Geld verdient als bei uns. Wir haben die schönsten Ferienbauernhöfe, tausende kleine Unternehmen und Familien, die sich einsetzen. Große großartige Hotels. Wir sind ein kreatives Volk, aber verkaufen unsere Unternehmen. Das Made in Italy erfreut sich immer noch größter Anziehungskraft – und wir stehen tatsächlich da und fragen uns, was wir in der Zukunft machen wollen? Wir haben Spitzenqualitäten und sollten uns an denen ein Beispiel nehmen. Warum also, bei all diesen Posten auf der Habenseite, fehlt uns dieses Gefühl der Zugehörigkeit zum Bel Paese? Um noch mal auf den ersten Satz zurückzukommen: Ich glaube wirklich, dass wir uns einfach nicht genug lieben. Wir kümmern uns nicht ausreichend um unser Land, um unser immenses künstlerisches und kulturelles Erbe. Wenn wir in Sachen Gastfreundschaft Spitzenleistungen erreichen wollen, dann müssen wir erst selbst daran glauben und dürfen nicht auf die Politik warten, die wie immer vor sich hin schläft. Wir können und müssen eine Zukunft entwickeln, die anders ist als die armseligen Hässlichkeiten, die unsere Gegenwart auszeichnen. Denn eine bessere Zukunft – sie ist mit Sicherheit möglich.

Michil Costa (Gedanken auf der Basis des Buches Rifondare l’Italia sulla bellezza von Emilio Casalini)