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12 Oktober 2019

Parlez-vous Ladinisch?

Nachdem die Alpenregionen ins Römische Reich übergegangen waren, übernahmen die Räter aus den Dolomitentälern das Lateinisch der römischen Soldaten und Beamten und verwandelten es langsam in die Ladinische Sprache. Heute nimmt man an, dass damals in einem Gebiet, das in Nord- und Südrichtung von der Donau bis zum Nordufer des Gardasees reichte und in West-Ost-Richtung vom Gotthardpass bis nach Triest, eine einheitliche ladinische Sprache gesprochen wurde.
In der Ära der Völkerwanderungen wurde durch das Vorrücken von Alemannen und Bajuwaren in Richtung Süden sowie durch den Druck der Slawen im Osten die Sprachregion des Ladinischen allmählich kleiner. Teile der ladinischsprechenden Bevölkerung assimilierten sich. Im 15. Jahrhundert annektierte die Republik von Venedig Friaul und Cadore. Ein venetianischer Keil schob sich damit durch das Piave-Tal in Richtung Norden und trennte die ladinischen Dolomiten vom ladinischen Friaul.
Die ladinische (oder rätoromanische) Sprache befindet sich seit ca. 1500 Jahren auf dem Rückzug. Heute gibt es noch vier ladinische Sprachgebiete: Graubünden (Schweiz), die Dolomitentäler, das Comelico-Gebiet und das Friaul. In Südtirol wird Ladinisch im Gadertal und in Gröden gesprochen und ist eine der drei offiziellen Sprachen der Region.
In den letzten Jahren wurden die Anstrengungen verstärkt, das Ladinische durch Publikationen und Radio- und TV-Sendungen wieder stärker in den Vordergrund zu rücken. Kulturvereine, literarische Werke, Zeitschriften, Schulbücher und Theatergruppen bemühen sich darum, das ethische Bewusstsein der Dolomitenladiner wieder wachzurufen.
Im ladinischen Kulturinstitut “Micurá de Rü“ – benannt nach dem ladinischen Wissenschaftler Micurá de Rü alias Nikolaus Bacher (1789-1814) – und im Museo Ladin Ciastel de Tor, beide mit Sitz in St. Martin in Thurn im Gadertal, sowie im Muso Ladin Ursus Ladinicus in San Cassiano kann man viel über die Ladiner und ihre Sprache erfahren.
Auf diesem Bild hier sehen Sie die Ciasa Vedla, („alte Haus“ auf Ladinisch), das gleich gegenüber dem Hotel liegt. Hier wurde Ernesto geboren, und hier organisieren wir, in absolut authentischem Umfeld, Feste, Aperitifs, Veranstaltungen in perfekt ladinischem Stil. Bëgnodüs, herzlich willkommen!