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Freitag,
01 November 2019

Ein Fest für Himmel und Erde

Heute feiern wir Allerheiligen. Ein Fest der Hoffnung, dass sich im lateinisch geprägten Europa ab dem 8. und 9. Jahrhundert auszubreiten begann. Es ist ein schöner Feiertag, der etwas Leuchtendes in sich trägt, einen feinen Faden der Hoffnung, der das irdische Dasein mit dem himmlischen verbindet. Ein guter Anlass, einmal innezuhalten und darüber nachzudenken, dass wir eigentlich das Leben der anderen leben und dass alle anderen wiederum unser Leben leben. Es gibt nichts Eigenes mehr, das nicht auch gleichzeitig allen anderen gehörte. Je reicher wir sind, je mehr wir die anderen an unserem Wohlstand teilhaben lassen, um so mehr leben wir auch das Wohl der anderen. Ein Heiliger ist umso heiliger, je schutzloser er in seiner Liebe ist, je weniger er sich in seinem Reichtum verschließt. Auch wenn die Welt nicht unbedingt auf diese Weise denkt, ist es doch schön, sich einen Tag lang in diesem Sinne heilig zu fühlen und sich vorzustellen, wie Liebe und Brüderlichkeit den Egoismus und Rassismus verdrängen, der in uns wohnt.