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15 November 2020

Forschung... nach was eigentlich?

„Gegenstände müssen nicht allen gefallen, aber sie müssen allen nützen. Vergessen Sie die Marktforschung: Wenn man die richtige Antwort auf seine eigenen Bedürfnisse gefunden hat, kann man davon ausgehen, dass es auch die richtige Antwort für die anderen ist.“

Schon diese knappen Worte von Enzo Mari, dem vor kurzem verstorbenen italienischen Designer-Eremiten, machen deutlich, wie sehr sich sein Denken vom Mainstream unterschied. Die Marktforschung ist heute das mächtigste Wirtschaftsdogma, das es gibt in unserer Welt und in etwa vergleichbar mit der Heiligen Inquisition. Kaum eine Produktion, die nicht auf der Basis einer ordentlichen Marktanalyse entstünde! Das bedeutet, dass das gemacht wird, was die anderen erwarten. Dass produziert wird, was die anderen wünschen. Dass man schafft und arbeitet, als wäre alles schon festgelegt. Bye bye, Kreativität! Von dieser allumfassenden Standardisierung kann uns nur eines retten: der Mut und das Können derjenigen, die unabhängig von allen Marktforschungserbnissen agieren, um sich selbst Antworten zu geben und nicht, weil sie zwangsläufig den anderen gefallen wollen.

Formosa, Wandkalender von Enzo Mari, 1963