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14 November 2020

Die Gemeinwohlökonomie

In diesen Jahren, die nicht nur für die Wirtschaft und die Finanzwelt eine Krise darstellen, sondern auch für die Umwelt und die Verteilung der Ressourcen, für unsere Demokratie und ihrer Werte, hat das allgemein wachsende Unbehagen manchen Unternehmer zum Nachdenken gebracht. Gesucht wurde ein alternatives Wirtschaftsmodell, in dem der Gewinn nicht mehr alleiniges Ziel ist, weil sich herausgestellt hat, dass das wahnwitzige Bemühen um immer bessere finanzielle Ergebnisse auf Kosten von Arbeitsplätzen und intakter Umwelt geht, dass dadurch Armut und Kriminalität zunehmen und die Gesundheitsversorgung leidet. Immer klarer wurde auch, dass Gewinnstreben und Konkurrenz unfaires Verhalten fördern, die Entleerung unserer Werte, das Misstrauen. Das Verantwortungsgefühl, die gegenseitige Unterstützung und Zusammenarbeit werden weniger. Egoismus, Geiz, Habgier und Verantwortungslosigkeit sind die Indikatoren für den immanenten Systemfehler. Um diesen Systemfehler zu reparieren, haben im Jahr 2011 einige Unternehmen zum ersten Mal ihre Gemeinwohlbilanz aufgestellt. Heute, knapp zehn Jahre später, wenden weltweit bereits über 6.000 Unternehmen dieses alternative Wirtschaftsmodell an. Auch wir hier haben vor einigen Jahren die Gemeinwohlökonomie übernommen – als ein Analyse-Instrument, das auf Werten wie sozialer Verantwortung, ökologischer Nachhaltigkeit, demokratischer Mitbestimmung und Unternehmenssolidarität beruht. Das Gemeinwohl wird damit zum Dreh- und Angelpunkt des Unternehmenserfolgs – auf Kosten des Egoismus. Geld ist nicht mehr das Ziel, sondern das nötige Mittel, um den Menschen in den Mittelpunkt einer neuen sozialen und ökologischen Dimension zu stellen.