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05 Mai 2020

Wo die ladinische Flagge weht

Am 5. Mai 1920 trafen sich auf Initiative der Union di Ladins unter dem Vorsitz von Leo Demetz auf dem Grödner Joch 70 Vertreter der fünf ladinischen Täler rund um Sellamassiv und Lagazuoi. Sie protestierten dagegen, dass sie nicht im Friedenstraktat berücksichtigt worden waren und dass ihr Recht auf Selbstbestimmung dort nicht anerkannt worden war. Denn mit dem Friedensabkommen von Saint Germain im Oktober 1919, welches den Ersten Weltkrieg formal beendete, ging die ganze Region Trentino-Südtirol einschließlich der ladinischen Täler offiziell an Italien über, ohne dass die Ladiner im Friedensvertrag jedoch erwähnt wurden. Auf dem Grödner Joch wurde also vor genau 100 Jahren zum ersten Mal die ladinischen Flagge gehisst. Sie steht für den Einheitswillen der Ladiner und für ihre gemeinsame Zugehörigkeit zum selben Stück Erde. Ihre Farben symbolisieren das Grün der Weiden und Wälder, das Weiß von Schnee und Eis und das Blau des Himmels. Es ist eine Flagge des Friedens, die für Verbindung und nicht für Trennung steht und die im Zeichen von Gastfreundschaft und Offenheit über den Dolomiten weht.