This is not a cliché.

Gestern
Morgen
Jeden Tag eine neue Geschichte
30
Samstag
30 Mai 2020

Unterwegs mit der Costa Family Foundation

Ein bisschen ist es wie eine Bergtour. Man geht schweigend, einer hinter dem anderen. Hin und wieder fällt ein Wort. Es gibt eine kleine Pause. Ein Kommentar zur Landschaft. Blicke, die Trost spenden, Mut machen, voller Verwunderung sind. Und weiter geht es. Wie auf einer Wanderung, Schritt für Schritt, ganz langsam, sind wir in ferne Orte gelangt, die wir nie zu erreichen gehofft hatten. Doch wir sind tatsächlich angekommen in Nordindien. Gemeinsam mit den tibetanischen Kindern, die vor der Unterdrückung durch die chinesische Regierung fliehen mussten. Für sie haben wir ein Waisenhaus gebaut, das House 13, es befindet sich im Tibetan Children’s Village in Dharamsala (TCV). Und wir haben ein ganzes Stockwerk des Uni-Colleges des TCV in Bangalore errichtet. Schritt für Schritt wandernd, sind wir auch in Togo angekommen, zusammen mit den Kindern von Maristella und Suor Patrizia – für sie finanzieren wir das Schuldgeld und -material. Auch Uganda haben wir erreicht, ein Land, in dem die Lebenserwartung bei nur knapp über 40 Jahren liegt, gerade halb so viel wie bei uns. Hier haben wir in Zusammenarbeit mit der indigenen Gemeinde in Karamoja und Mukono unsere ersten beiden „grünen“ Projekte gestartet. Wir sind nach Afghanistan gegangen, um dort den Frauen zu helfen, dem schwächsten und am meisten gequälten Teil eines Landes, das seit Jahrzehnten in einem Zustand permanenter Gewalt lebt. Wir sind nach Äthiopien gegangen, um wir Mädchen helfen, die auf der Straße leben – mittels eines Projekts, das den Mädchen und jungen Frauen neue Menschenwürde und Zukunftshoffnung schenken soll. Und auch nach Nepal sind wir gelangt, wo wir in Nakkhu bei Kathmandu ein kleines Hilfsprojekt für die Überlebenden des Erdbebens von 2015 gestartet haben. Wir wandern um zu helfen, um Menschen zu begegnen, um zu teilen, zu konstruieren, zu nehmen, zu tauschen, zu lieben und zu lächeln. Um zu leben. Denn die „Wanderung“ der Costa Family Foundation und der Menschen, die für sie den Weg durch die Welt bereiten, hat viel mit Begegnungen zu tun. Mit Disponibilität. Mit dem Teilen. Wir leeren über den Dörfern, durch die wir kommen, nicht den Rucksack unseres Wissens, unserer Privilegien, unserer Kultur aus. Wir versuchen, „leicht“ zu reisen, so leicht, wie es Kinder tun. Auf sie haben wir ein besonderes Augenmerk. Denn vor allem sie sind die Zukunft. Und oft sind sie es auch, die uns beibringen, was wirklich von Nutzen ist. Und wenn wir in unser „Base Camp“ mit seinen vielen, zu vielen Privilegien zurückkehren, wissen wir viel genauer, was wir eigentlich suchen. Und was und wie wir danach fragen müssen. Und so kommt es, dass unsere große und bunte Familie, die sich wirklich sehr hineinhängt, das muss man schon sagen, sofort wieder aufbricht, sobald sie wieder ein paar Mittel zur Verfügung hat. Sie packt das Nötigste in den Rucksack, und weiter geht’s. Wir wandern auch, wenn wir uns scheinbar gar nicht bewegen. Wir wandern mit dem Telefon, den Mails, den Beziehungen, den Kontakten. Wir wandern mit den Projekten, die wir umsetzen möchten, mit den Problemen, die wir lösen müssen, mit den Hindernissen, die wir überwinden wollen. Jeden Tag gibt es einen neuen Fluss zu überqueren, einen Pass zu übersteigen, einen Felsen zu erklettern. Aber wir sind gut trainiert. Wir stärken uns mit Vertrauen, gutem Willen, Determination. Denn wir brauchen bloß an den Weg zu denken, der vor uns liegt, und schon bekommen wir Lust, die Wanderstiefel zu schnüren. Und wir sind denen dankbar, die uns beim Helfen helfen. Denn ohne die Unterstützung unserer Spender könnten wir nirgendwo hinwandern. Auch sie gehören zu unserer großen Familie. Die klein ist und gleichzeitig groß. Wie auch die Dinge, die wir bewirken, zugleich klein und groß sind. Doch jetzt geht’s weiter auf unserer Wanderung. Mit eurer Hilfe, versteht sich.