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06 Juni 2020

Sleep. Ein gemeinsamer Traum

Max Richter, Sleep, 2020 Sundance Film Festival.
Courtesy of Sundance Institute, Photo by Rahi Rezvani


It’s my personal lullaby for a frenetic world.
A manifesto for a slower pace of existence.
„Es ist mein persönliches Wiegenlied für eine überdrehte Welt.
Ein Manifest für einen langsameren Lebensrhythmus.“

Es reicht schon diese einfache und zugleich großartige Definition, um die Tragweite von Sleep zu verstehen, einem Werk des Briten Max Richter, der zu den größten Komponisten unserer Zeit gehört. Es handelt sich um ein Musikprojekt, das auf fantastische Weise orchestriert wurde, um bei einem Live-Konzert aufgeführt zu werden, das um Mitternacht beginnt und um acht Uhr früh zu Ende geht. Die Zuschauer machen es sich auf Betten statt in Stühlen bequem. In einem historischen Moment, in dem es alle kaum noch zu erwarten können scheinen, wieder wie verrückt loszurennen, stehen auf einmal Langsamkeit, Erholung, Schlaf und Träume auf dem Programm. Elemente, die für uns weiterhin extrem wichtig bleiben werden. Und so fand in der Nacht zwischen Sonntag, dem 12., und Montag, dem 13. April, von zehn Uhr abends bis sechs Uhr früh ein traumartiges Experiment statt, wie es es bisher noch nie gegeben hatte: Unzählige Radiosender in ganz Europa – hier in Italien war Radio 3 mit dabei – übertrugen Max Richters Klang-Performance Sleep. Ein achtstündiges therapeutisches Schlaflied, gedacht als gemeinsame musikalische Erfahrung, bei der die Zuhörer Gelegenheit hatten, eine bislang unbekannte Dimension der Zeit zu experimentieren. Eine Dimension des Traums. Eines gemeinsamen Traums.