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19 Juni 2020

Simmetria dolomitica

Bei Wanderungen durch die Dolomiten trifft man immer mal wieder auf spontane Beispiele einer Symmetrie, die die Natur erschaffen hat und die beinahe kosmische Aspekte hat. Und die längst vergessene, verblasste, verschüttete Erinnerungen aus Schulzeiten wachruft. Schon hören wir die seit Jahrzehnten nicht mehr gehörte Stimme der Mathematiklehrerin leise zwischen den Dolomitenfelsen und über die grünen Wiesen erklingen. Immerhin, Angst vor schlechten Noten flößt sie uns heute nicht mehr ein. Eher ein ganz zartes, wohlig schmerzendes Gefühl der Nostalgie.

Die alten Griechen betrachteten Symmetrie nicht nur als geometrische Eigenschaft regelmäßiger Figuren und Körper, sondern erstreckten sie auch auf verschiedene Anwendungsgebiete wie Architektur, Musik, die Organismen, die Kosmologie und die ersten wissenschaftlichen Beobachtungen.

Wahre Worte! Und hätte man besser aufgepasst, dann wären sprichwörtliche schlechte Noten und Mängel zu vermeiden gewesen.

Die Phytagoräer studierten die Symmetrie im Verhältnis zur Harmonie in der Mathematik, in den Musikinstrumenten und sogar in der Position der Planeten. Unter den Schriften der Antike ist es vor allem Platons Timaios, in dem betont wird, wie die Symmetrie in ihrer Eigenschaft als Proportion der Einzelteile die Basis von jedwedem Ausformungsprozesses sein sollte, der mit den Naturelementen, den Lebewesen und dem Astronomiesystem zusammenhängt.

Liebe Mathematiklehrerin, wer weiß, wo du heute bist. Doch es ist schön, an dich zu denken und dich in ganz neuem Licht zu betrachten. Über die Symmetrie als Proportion, über Anpassung und geometrische Eigenschaften regelmäßiger Figuren und Körper in einer kosmischen Dimension nachzudenken. Ach, ihr gesegneten Dolomiten, eure Schönheit hat schon manchmal seltsame Auswirkungen…