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Dienstag,
18 Juni 2019

Was Verantwortung heißt

Verantwortungsgefühl ist wie ein langer Weg, der auf einen fernen Gipfel führt. Manchmal kommt man vom Weg ab, verliert sich, und die Schuld dafür fällt oft auf jemand anderes. Wir wandern jeden Tag auf diesem Pfad. Hilfreich ist, wenn man mit guten Bergkameraden unterwegs ist – so verläuft man sich weniger leicht und schafft ein Bewusstsein für Grenzen und Sicherheiten. Übernimmt gemeinsam die Verantwortung dafür, verantwortlich zu sein. Der Mensch muss aber auch lernen, alleine zu gehen. Alleine (nicht: einsam) unterwegs zu sein. Wer alleine geht, sucht immer nach etwas, was ihm den anderen näherbringt. Auch das Wohlsein, nämlich das Wohlgefühl beim Zusammensein mit anderen, aber auch mit sich selbst, ist ein Akt der Verantwortung. Des Wissens. Des Sich Öffnens. Wer Verantwortung trägt, braucht keine Sündenböcke und sieht die Dinge, wie sie sind. Auf den Pfaden der Verantwortung wandert jeder für sich und für die anderen. Denn unsere Handlungen sind alle verknüpft. Verantwortlich sein ist auch ein Synonym für Loyalität und Mut. Sie ist die Fähigkeit, eigene Fehler einzugestehen und auch mal um Hilfe zu bitten. Sie ist die Freude daran, sich dem Nächsten gegenüber großzügig zu zeigen. Verzichten zu können und in die Zukunft zu sehen, auch das heißt verantwortlich sein: Denn wer Verantwortung übernimmt weiß, dass jenseits des Nebels, der den Weg verhüllt, dass über der Wolken, in denen die Gipfel verschwinden, der Himmel immer blau ist.