Die Faszination dieses Hauses
liegt weniger in dem was es bietet,
sondern in dem,
worauf es verzichtet.

This is not a cliché.

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10 Januar 2017

Rossanos Gespür für Schnee

Was macht man, wenn man ein Paar Ski kaufen, Schneeschuhe ausleihen, ein Snowboard oder ein Fatbike ausprobieren will? Man fragt Rossano. Niemand weiß so gut Bescheid wie er.
Übrigens hat Rossano noch eine ganz persönliche Wette laufen – und zwar mit dem Verfasser dieser Zeilen. Vielleicht schafft er es ja wirklich noch in dieser Saison: Dass ich mir endlich mal ein Paar Ski anschnalle und leichtfüßig vom Col Alto herunterschwinge. Ein Sarde im Schnee – verrückter geht’s nicht!
Im Front Office zu arbeiten heißt, sich um die Wünsche und Bedürfnisse der Gäste zu kümmern, und zwar um alle. Das bedeutet also, dass wir einen Tisch in einem Restaurant bestellen, am Weihnachtstag einen Schuster auftreiben oder dem Gast ein Paar Ski empfehlen, die sich am besten für einen herrlichen Tag auf den Pisten von Alta Badia eignen. Und hier wird es nun kompliziert, verehrte Leser, denn vom Skifahren verstehe ich nicht wirklich viel. Um genauer zu sein: praktisch nichts. Aber wer ein guter Concierge ist, der weiß in solchen Situationen eben, wen er fragen muss. Und wenn es um das Thema Skikauf oder -verleih geht, dann gibt es keinen besseren Experten als Rossano vom Geschäft SportKostnerRent. Der kennt sich einfach sensationell gut aus, wenn es um Stiefel, Stöcke und Schneeschuhe geht, um Abfahrts-, Kinder- und Tourenski, und um Snowboards natürlich auch. Auch zum Thema Fatbikes fällt ihm einiges ein, diesen dickbereiften Bikes, mit denen man sogar im Schnee radeln kann. Das Geschäft selbst ist genau die richtige Mischung aus Alt und Neu. Hier dreht sich alles nur ums Skifahren, um Schnee, um Pisten. Die Menschen, die hier arbeiten, wissen genau, wovon sie sprechen, denn sie sind selbst aktive Wintersportler. Haben Erfahrung und eine nette Art mit den Kunden. Rossano zum Beispiel, der so wunderbar professionell und freundlich ist, dass ich unsere Gäste mit allerbestem Gewissen zu ihm schicken kann. Dabei kommt Rossano ursprünglich aus einer Gegend, die mit der rauen Gebirgslandschaft hier nur wenig zu tun hat: Er stammt aus Mestre bei Venedig. Doch nachdem er nun schon seit dem letzten Jahrhundert – seit 1999, um genau zu sein – in Corvara lebt, kennt er sich bestens aus mit roten Pisten, schwarzen Pisten und vereisten Rinnen! Rossano hat die ganze Welt bereist. Ich mag es, wenn er unsere Pisten aus Alta Badia mit denen in Neuseeland vergleicht, wo er auch schon skigelaufen ist. Vor allem aber mag ich, wenn er von der Geschichte des Skifahrens erzählt. Und mit seiner Schlagfertigkeit seine Ratschläge, seine Einfälle, Tipps und Ideen ganz locker an den Mann bringt. Wenn es denn sein muss, lässt er Sie auch auf dieses seltsame Gerät steigen, das direkt aus einem Science-Fiction- Film zu stammen scheint und das den Fuß so abmisst, dass sich Schuhe und Ski schließlich an den Fahrer anpassen (und nicht umgekehrt). Was ich aber am schönsten finde, ist, dass Rossano trotz der vielen Arbeit immer noch Zeit findet, gut gelaunt mit den Kindern im Geschäft zu scherzen, und dass er wirklich für jeden ein Lächeln übrig hat. Seine Hingabe und Aufmerksamkeit für die Gäste ist so viel mehr als nur Professionalität. Denn was er tut, macht er mit Leidenschaft und Hingabe, ob er nun Kanten schleift oder Beläge wachst. Und dann freue ich mich, wenn er mit seinem kleinen Lieferwagen die Skier der Gäste im Hotel vorbeibringt (wofür er sich nicht bezahlen lässt) und für jeden einen kleinen Scherz übrig hat. Da hilft natürlich auch seine Vielsprachigkeit (seine Frau, die mit ihm hier in Corvara lebt, ist Amerikanerin). Wie ich schon sagte: Wenn es um ein Paar Ski geht, ist Rossano definitiv der Mann der Stunde! Übrigens hat er  noch eine ganz persönliche Wette laufen – und zwar mit dem Verfasser dieser Zeilen. Vielleicht schafft er es ja wirklich noch in dieser Saison, dass ich mir endlich mal ein Paar Ski anschnallen und leichtfüßig vom Col Alto herunterschwinge. Ein Sarde im Schnee – verrückter geht’s nicht!

Valerio