Die Faszination dieses Hauses
liegt weniger in dem was es bietet,
sondern in dem,
worauf es verzichtet.

This is not a cliché.

April 2013

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Sonntag,
14 April 2013

Romeo und Julia

Die Liebe sorgt bekanntlich dafür, dass wir den Kopf verlieren. So geschah es auch einem Gast, der ganz verrückt nach seiner „Schönsten“ war.
So jedenfalls kam es Sara vor, einer meiner jungen Mitarbeiterinnen. Seit sie das erste Mal von ihm gehört hatte – die Kolleginnen aus dem Reservierungsbüro hatten von ihm gesprochen – konnte sie es nicht erwarten, diesen offensichtlichen Traummann kennenzulernen.
"Meine junge Kollegin träumte mit offenen Augen: Wenn das kein veritabler Traummann war! Welche Frau hätte sich nicht einen solchen Mann gewünscht, einen Mann voller Liebe und Phantasie, der sich wie ein unauslöschbares Zeichen in das Herz einbrannte?"
Die Reise, die er mit seiner Freundin gebucht hatte, sah einen Aufenthalt im romantischen Verona vor, wo „Romeo“ eine süße Überraschung für seine „Julia“ vorbereitet hatte – einen Heiratsantrag samt Ring und hinreißend duftendem Blumenstrauß, wie im schönsten aller Märchen. Seine moderne „Kutsche“ chauffierte das Paar anschließend nach Corvara, ins Herz der Dolomiten.
Um seiner Prinzessin Freude zu bereiten, hatte der Gast für jeden Tag ein anderes Geschenk ausgewählt: Mal wurde sie mit eleganten Tischtüchern aus kostbarem Leinen überrascht, dann wieder mit funkelnden Gläsern aus rosa Kristall; es gab eine warme Kaschmir-Stola und auch einen weichen Kuschelbären, denn wie ein junger italienischer Schriftsteller mal gesagt hat: „Um eine Frau zu lieben, muss ein Mann auch das Kind in ihr lieben.“
Wenn sie morgens ihre Augen öffnete, erwarteten sie stets rote Rosen, weiße Lilien und bunte Nelken.
Sara war jedoch nicht entgangen, dass die Liebe offenbar auch ein bisschen kapriziös macht: Als „Romeo“ Geburtstag hatte, hatte das Paar gleich eine ganze Stube im Restaurant für sich reserviert, um in absoluter Ungestörtheit kulinarische Köstlichkeiten und Zauberkunststücke genießen zu können. Dazu waren sie prächtig gekleidet: Ihre grazile Figur wurde von weichem, schwarzem Samt umschmeichelt, während er ein maßgeschneidertes, rotgestreiftes Hemd zum eleganten grauen Anzug gewählt hatte. Höhepunkt des Abends war das Anschneiden der großen Geburtstagstorte, die mit köstlichen Mousses aus dunkler, weißer und Milchschokolade zubereitet worden war.

Derweil träumte meine junge Kollegin mit offenen Augen: Wenn das kein veritabler Traummann war! Welche Frau hätte sich nicht einen solchen Mann gewünscht, einen Mann voller Liebe und Phantasie, der sich wie ein unauslöschbares Zeichen in das Herz einbrannte?
Bald schon reisten die beiden Verliebten weiter auf ihrem Weg in den großen Liebestraum, an dem in gewisser Weise auch unser Haus einen kleinen Anteil hat.

Lisa