Die Faszination dieses Hauses
liegt weniger in dem was es bietet,
sondern in dem,
worauf es verzichtet.

This is not a cliché.

Februar 2012

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01 Februar 2012

Hände weg von der Ahr!

Mit Interesse verfolge ich die neuen Wasserkraft-Pläne für die Ahr, gegen die sich nicht nur die “üblichen” Umweltschützer zur Wehr setzen, sondern sogar ein wichtiger Unternehmer – und Freund – wie Bernhard Winkler. Ich stehe dem Komitee nahe, das sich in der Webseite www.sos-ahr.org virtuell zusammengefunden hat. Ich stehe ihm nahe, weil sein Kampf den andern Kämpfen ähnelt, an denen ich in den letzten Jahren teilgenommen habe.
Um die Dolomiten zu schützen, aber auch, weil die Verteidigung der unversehrten Natur des Ahrntals bedeutet, ein Gut zu verteidigen, das immer wichtiger wird – Wasser.

Nicht, dass der wertvollste Rohstoff der Welt in unseren Tälern knapp wäre. Doch ich gehe von der Vorstellung aus, dass all unser Handeln immer irgendjemanden oder irgendetwas beeinflusst. Wenn in Sydney ein Schmetterling mit den Flügeln schlägt, dann regnet es in New York, sagte Lorenz. Unsere Taten müssen aus einer sanften Geisteshaltung heraus entstehen, lehrte Steiner. Wir Südtiroler, die wir mit diesem herrlichen Land gesegnet sind, sollten mit gutem Beispiel vorangehen und unser Land mit liebevoller Sanftheit verwalten – auch deshalb, weil wir es uns wirtschaftlich leisten können.

Seit jeher ist der Gebirgsfluss Ahr für seine Anwohner eine Quelle des Reichtums und für seine Besucher ein Element, das zur Ruhe inspiriert. Wenn er nun im Interesse einiger Weniger trockengelegt wird, dann haben alle den Schaden: Die Landschaft verarmt und die Touristen suchen sich authentischere Urlaubsziele, wo sie eine wirklich noch unberührte Natur sehen, atmen, erleben können. Wenn es soweit gekommen sein wird, haben wir nicht nur nachhaltig die Umwelt geschädigt, sondern auch unserer Wirtschaft einen wirklich schlechten Dienst erwiesen. Nein – das Wasser darf nicht industrialisiert werden. Es ist eine Frage der Ethik.

Leider sind die Zeiten längst vorbei, in denen noch auf angemessene Weise gebaut wurde. Damals wurde Land nicht einfach “weggeworfen”; als wahrer Reichtum galten die Felder und am “Baufieber” hatte sich auch noch niemand infiziert. Heute dagegen beobachten wir weltweit regelrechte Hamster-Landkäufe – ein Trend, der sich glaubwürdigen Beobachtern zufolge schon bald in die Jagd nach Wasser verwandeln wird. Dies geschieht vor allem in Afrika, wo die Regierungen skrupellosen Investitoren freie Hand gewähren, denen es nur darum geht, in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Geld zu verdienen. Doch auch in Südtirol müssen wir mit größerem Bewusstsein agieren. Wirtschaftlich sind wir bereits gut genug entwickelt. Entwicklung nur um der Entwicklung willen kann uns nur schaden.

Helfen auch Sie die Ahr zu retten, unterschreiben Sie online: www.sos-ahr.org