Die Faszination dieses Hauses
liegt weniger in dem was es bietet,
sondern in dem,
worauf es verzichtet.

This is not a cliché.

November 2013

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09 November 2013

Erziehung

„Viel Berg-Erziehung geben wir Hoteliers. Hier in Alta Badia und in vielen anderen Gegenden Südtirols haben die Hotels hervorragende Mitarbeiter. Bergführer und anderes spezialisiertes Personal, das die Gäste bei ihren mehr oder weniger schwierigen Touren begleitet. Und diese Mitarbeiter sind die effektivsten „Lehrer“. Sie lieben die Natur, sie lehren unsere Gäste den Respekt vor der Stille und das Zuhören als elementare Dimensionen, die man in seiner Freizeit wiederentdeckt, um sie dann in den Alltag zuhause mitzunehmen. Seit Jahren schon sage ich, dass wir in der Landesregierung ein Ressort für Ästhetik haben sollten!“ So Michil Costa, in Ladinien Aöde der für seinen Freund Dalai Lama so wertvollen kindness.

Oft habe ich mich gefragt, ob Michils politische Begeisterung, seine unermüdlichen Versuche, sich einem Prozess zu widersetzen, der nicht vor der Zerstörung von Schönheit und Tradition zurückschreckt, nicht ein bisschen unrealistisch oder vielleicht sogar pathetisch sind, ein bisschen wie Don Quijotes Kampf gegen die Windmühlen, und dies erst recht in Krisenzeiten wie der jetzigen. Michil behauptet, optimistisch zu sein, wenn er auf die Dolomiten blickt, weil sie ihn mit Frieden und Freude erfüllen. Deshalb führt er seinen persönlichen „Krieg“ gegen das „mehr“ (mehr Verkehr, mehr Seilbahnen, mehr Discos, mehr ausgebaute Straßen, mehr Geländewagen usw.) fort und glaubt in eine touristische Intelligenz bzw. in eine „Philosophie der Gastfreundschaft“, die auf dem immensen Bedürfnis nach lentius profundius soavius basiert, das die Menschen (auch wenn vielleicht unbewusst) immer stärker verspüren.

Es stimmt, wir sollten mehr auf uns selbst hören, sollten daran glauben, dass eine bessere Welt möglich ist, sollten an die Schönheit glauben. Die größte Wirkung, die wir damit erzielen, wird eine wiedererweckte Harmonie sein, vielleicht auch nur durch ein schlichtes Lächeln.

Sonia Sbolzani