Die Faszination dieses Hauses
liegt weniger in dem was es bietet,
sondern in dem,
worauf es verzichtet.

This is not a cliché.

April 2016

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12 April 2016

Edi der Sarner der den Wein schätzt

Sir Eduard Peter, für Freunde Edi: tagsüber Arbeiter, abends Sommelier.
"Weißt du was die Sarnerin zu ihrem Mann sagt: ich hab‘ mir jetzt n’en Fiat Panda 4x4 gekauft.“ Worauf der Mann: „Das geht doch gar nicht! Unsere Garage ist doch nur 3x3!"
Ich weiß nicht ob es der Wahrheit entspricht was über die Sarner, den Eingeborenen aus dem Sarntal, gesagt wird. Das sie aber tolle Typen sind, ist sicher. Den absoluten Sarner den ich kenne heißt Eduard Peter. Sir Eduard Peter, für Freunde Edi, der schon beim Anblick, Freude vermittelt. Ihm zuzuhören ist total ansteckend. Er bringt es fertig zu kommen, dich kurz zu begrüßen um dann zu sagen: ‘Weißt du was die Sarnerin zu ihrem Mann sagt: ich hab‘ mir jetzt n’en Fiat Panda 4x4 gekauft.“ Worauf der Mann: „Das geht doch gar nicht! Unsere Garage ist doch nur 3x3!’
Seit Sommer 2007 arbeitet Edi zu Hause. Er begann bei L'Murin aber nachdem er den Weinkeller Mahatma besuchte, hat er sich nicht mehr erholt. Oder besser gesagt, hat er seine Leidenschaft entdeckt: der Wein. Was den Sarner, wie es scheint, überhaupt nicht leid tut. Damit meinte ich den Wein.
„Sagt der Arzt zum Sarner: „Wenn Sie so weitertrinken, werden Sie nicht alt werden.“ Worauf der Sarner: „Das sag ich auch immer: Wein haltet jung!“
Ich wage mich zu behaupten, dass Edi nach der Besichtigung der Weintrauben im Weinkeller, damit begonnen hat, sich ernsthaft und professionell für den Wein zu interessieren. Er besuchte einen Sommelier Kurs und forschte nach Verbindungen zwischen Tradition, Erde, Vorfahren und Weisheiten. Er war der Meinung, dass der Wein mit Zeit und Geduld, Wissen und Erfahrung zusammenhängt und sogar mit der Harmonie zwischen Mensch und Natur in Zusammenhang war.
Edi ist der Typ von Philosoph, der tagsüber als Techniker für Küchengeräte und Waschanlagen und abends als Sommelier im La Perla tätig ist. Er sagt, dass während die Jungs abends ins Fitnessstudio gehen, er es nicht abwarten kann, ins La Perla zu gehen. Ich bin der Meinung, dass es nicht viel solcher Jugendlichen gibt: heiter und entschlossen. Die mit Unbeschwertheit und einer ausreichenden Dosis Ironie das Leben zur Brust nehmen, da nur auf dieser Weise die Kanten der täglichen Rauheit geglättet werden können. Die alles minimalisieren ohne dabei in eine Oberflächlichkeit zu fallen, die aber dagegen die Arbeit einfacher und lebenswerter erscheinen lassen. Ich kann mir gut vorstellen, dass Edi während der Arbeit mit den Küchengeräten, mit seinen Kollegen, über Wein spricht. Wer weiß wie viele Geschichten über Pinot Noir und Lagrein, über Silvaner und Gewürztraminer erzählt wurden. Für mich lässt er jeden sprachlos. Danach legt er den Schraubenschlüssel beiseite und nimmt den Korkenzieher in die Hand um seine wirkliche Welt zu begehen die aus einem naturreinen Wein besteht.
Tja, wie ein echter Sarner, stimmt’s?

Paolo Baraldi