This is not a cliché.

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Donnerstag,
18 April 2019

Eine Sardelle, geriebene Puccia und ordentlich Wurzeln

Kann eine Sardelle sich durch ganz Italien hocharbeiten und hier im Norden mit einer ladinischen Puccia vermählen? Sie kann, und wie! Man muss nur wissen, wie tief das Meer ist und wie hoch die Berge.
Die Sardelle macht sich flüssig, taucht in eine Quelle aus Öl, Knoblauch und Pfefferschoten ein, löst sich dezent auf und schwimmt dann durch glänzende Spaghetti, die mit knusprigen Bröseln aus Puccia bestreut sind, unserem ladinischen Roggenbrot. Das nenne ich ganz Italien in einem Gericht. Einfach, ungewöhnlich und großzügig.
Ich mag dieses Rezept, weil es mich an meine Mutter denken lässt, eine Ladinerin. Und an meinen Vater, der aus Apulien kommt. Meine Küche macht sich nicht einfach nur an Wurzeln fest, wie es überall Mode geworden ist. Sie besteht aus Wurzeln. Wurzeln, die sich geschmeidig durch fruchtbares Terrain kräuseln, das mit Fantasie, Technik, Respekt und Kultur gedüngt wird.

Nicola, Executive Chef